Stauseentour und ein platter Reifen

Die vorletzte Woche sind wir mal wieder einige Kilometer gefahren. Wir sind weg von der Algarve durchs Alentejo und noch weiter. Wir haben an einigen Stauseen übernachtet, aber kein Platz hat so richtig gepasst. Über Ostern und Lucas Geburtstag am Samstag sollte es einfach passen und Luca durfte das letztendlich entscheiden. Irgendwann haben wir dann doch noch ein schönes Fleckchen  gefunden. Ein nicht sehr großer, aber sehr schöner Stausee in der Landesmitte. Barragem de Montargil. Hier standen wir von Karfreitag bis Dienstag. Das Womo am Donnerstag noch vollgeladen mit Lebensmitteln. Wir sind mal wieder kurz über die Grenze nach Spanien, da wir sowieso gerade grenznah waren und Sprit, Gas und Lebensmittel brauchten. Das ist dort alles günstiger, besonders das Tanken. Und seit Opa in Spanien einen Schokokuchen bekommen hat, liebt den Luca. Ist zwar gekauft, aber einen selbstgemachten Marmor gabs auch noch dazu. Wir haben die Tage an dem See sehr genossen und hatten sogar mal wieder einige Sonnenstunden. Am Ostersonntag war es so warm, dass ich mich ins kalte Nass gewagt habe. Das Wasser ist noch recht frisch und außer mir hat sich auch keiner reingetraut. Die Portugiesen dachten wahrscheinlich ich spinne.

 

Als der Kühlschrank am Dienstag dann recht leer war, nutzten wir das aus um mal alles komplett abzutauen. Oben am Kühlgitter hatte sich eine Eisschicht gebildet und die sollte weg. Ja, auch so blöde Arbeiten hat man unterwegs. Wir sind dafür nach Coruche auf einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz mit Supermarkt (Lidl) daneben. Das war praktisch, weil wir dann nur das nötigste für den Tag direkt kaufen konnten.

 

Unser Plan war ja nach Lissabon zu gehen, aber wir dachten uns, wenn, dann nicht am Wochenende und nicht in der Woche nach Ostern, wo noch viele frei haben. Und da wir ja flexibel sind, suchten wir uns noch ein schönes Plätzchen am schönen Fluss Tejo um zwei Tage zu bleiben. Hier haben wir einen wunderschönen Tag draußen mit schnitzen und spielen verbracht und waren das einzigste Wohnmobil. Und weil der Platz so schön wäre wenn nicht soviel Müll rumliegen würde haben wir das selbst in die Hände genommen und eine Tüte voll zusammen gesammelt.

Am nächsten Tag hat es in Strömen gegossen und wir bekamen englische Nachbarn. In einer Regenpausen haben wir uns dann bestens mit ihnen unterhalten und festgestellt, dass sie auch zwei Jungs dabei haben. Die vier haben sich dann gleich gut verstanden und zusammen gespielt. Wir saßen den Abend bei einem Bier zusammen und ich habe mein Schulenglisch aufgefrischt. Andy ist da immer recht schweigsam, er versteht zwar fast alles, traut sich aber nicht so richtig zu reden. Mir ist es mittlerweile egal, wenn auch mal was grammatikalisch nicht passt. Und je öfters man das Englisch in der Umgangssprache benutzt, desto mehr kommt man rein. Auch die Kinder konnten sich sehr gut verständigen und sind dann lustigerweise voll im englischen hängengeblieben und immer wieder kommen noch englische Wörter. Wir mussten dann leider am nächsten Tag weiter, aber wir wollen uns in Lissabon nochmal treffen. (Wir mussten zum Ver-und Entsorgen, Waschen, Einkaufen, Handykarte aufladen) Die Familie ist übrigens auch schon seit fast einem Jahr unterwegs.

 

Kurz vor Lissabon haben wir dann von Samstag auf Sonntag nochmal übernachtet und als Andy morgens mit dem Hund gelaufen ist hat er festgestellt dass wir an einem Rad einen Platten haben. Na super, Ersatzrad haben wir keins (zu schwer). Also was nun? Sonntags ist das natürlich sowieso ganz toll. Wie gut dass in Portugal die Uhren anders ticken. Die meisten Supermärkte haben 365 Tage offen. Und so gibt es auch Werkstätten die offen haben. Andy hat mit unserem kleinen Kompressor Luft in den Reifen gepumpt und geschaut wie lange er die Luft hält. In der Zwischenzeit habe ich über Google Maps einige Werkstätten gefunden die offen haben. Nachdem klar war, dass die Luft nur langsam entweicht, nochmal aufgepumpt und vorsichtig Richtung Werkstatt gefahren. Nach 5 km haben wir zufällig eine kleine Hinterhofwerkstatt gefunden wo gearbeitet wurde. Die netten Portugiesen haben uns auch gleich weitergeholfen und das Ventil ausgetauscht. Eine halbe Stunde später und 10 € weniger (er wollte nur fünf haben) waren wir wieder auf der Straße und haben uns gefreut wie einfach und schnell wir das Problem gelöst haben. Dem war leider nicht so, wie wir bei einer Nachkontrolle feststellten verloren wir immer noch Luft. Mittlerweile waren wir in der nächsten Stadt und fuhren da direkt zu einer offenen Werkstatt, wo sogar einer englisch konnte. Die Jungs haben im strömenden Regen unser Rad abmontiert und festgestellt dass sie es nicht richten können und wir Montag in eine andere Werkstatt sollen. Wir sind dann gleich in das richtige Industriegebiet und haben dort in einer nahegelegenen Urbanisation übernachtet. Morgens um neun gleich hin und nach einer Stunde warten und einem netten Gespräch mit dem Portugiesen konnten wir glücklicherweise endlich mit geflicktem Rad weiter. Die Reifenreparatur hat uns jetzt komplett 40 € gekostet. Das passt. Noch einmal übernachten und Dienstag gehts dann endlich nach Lissabon. Wir sind gespannt.

 

Noch kurz zu den Urbanisationen. Wir haben das hier in Portugal und auch in Spanien schon öfters gesehen, dass für komplette Siedlungen die Straßen, Laternen, Schilder, Parkplätze, Treppen, Bänke, Sportplätze und alles was man braucht schon seit vielen Jahren fertig ist. Nur die Häuser fehlen. Hier gab es exakt ein großes Haus indem so wie es aussah nur eine Wohnung bewohnt war. Man kommt sich immer ein bißchen wie in einer Geisterstadt ohne Häuser vor. Alles ist natürlich schon zugewachsen und zugemüllt. Sogar die Schachtdeckel würden schon geklaut. Schon komisch wieviel Millionen Euros hier so versickern für nichts.

 

Ostern und Geburtstag am Barragem de Montargil

 

 

 

Coruche

 

Stellplatz am Tejo

Müll gesammelt an diesem tollen Platz am Tejo

 

Reifenaktion

 

Urbanisation

 

Impressionen von unterwegs

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