Eine herbe Enttäuschung

Wir haben es gefunden. Das Grundstück wo wir gesagt haben: Das passt. Eine tolle Lage bei Faro, sehr schön angelegt, mit ganz vielen tropischen Pflanzen (Bananen, Palmen…), ein eigener Brunnen, nur 10 km bis zum Meer, absolute Ruhe und trotzdem nicht weit zum Flughafen. Mit dem Verkäufer wurden wir uns einig und wir gingen zusammen zum Anwalt. Da der Verkäufer nicht mehr viel Zeit hatte, weil er in sein Heimatland Rumänien zurückwollte, ging alles recht fix und wir haben gleich einen Notartermin ausgemacht. Zwei Tage vor dem Termin wurde der Verkäufer plötzlich komisch und wollte den Termin unbedingt verschieben. Also hat der Anwalt den Termin abgesagt und erstmal abgewartet. Dann habe ich morgens eine Nachricht bekommen, dass das Land verkauft ist, Sorry.

Wir konnten es nicht fassen. Wie dreist und link muss man denn sein? Wie kann man sich gar nicht an sein Wort halten, nur weil man vielleicht ein paar Euro mehr verdient? Die Kinder waren total traurig, weil sie schon fest am planen waren wie der Garten angelegt wird und auf welchem Baum sie ein Baumhaus bauen wollen. Ich war so enttäuscht. Ich dachte endlich haben wir das Richtige, wo fast alles gepasst hat. Und ich war vor allem davon enttäuscht wie ein Mensch so sein kann.

 

Wie geht’s jetzt weiter? Wo sollen wir nun hin? Einen kurzen Moment habe ich darüber nachgedacht einfach wieder nach Deutschland zu fahren. Wir haben uns jetzt erstmal für ein paar Tage auf einem schönen Campingplatz mit Pool eingebucht, um uns zu sammeln und uns klar zu werden, was das Universum uns mitteilen will. Ihr wisst ja, ich glaube alles hat seine Gründe warum es geschieht und in diesem Fall war es wohl nicht unser Grundstück. Es erleichtert vieles, wenn man so denkt.

 

Wenigstens haben wir bei der ganzen Aktion nichts verloren. Es gab keine Anzahlung und selbst der Anwalt war so schockiert über die Aktion, dass er auf sein Honorar verzichtet hat. Außerdem haben wir die Tage, die wir in der Nähe bleiben mussten erst auf einem Wohnmobilstellplatz mit neuen Freunden verbracht und dann noch ein paar Tage direkt am Meer.

Auf dem Wohnmobilstellplatz haben wir uns mit anderen Langzeitreisenden von www.aus-liebe.at verabredet und es hat vom ersten Moment an gepasst. Wir haben ein paar schöne Tage zusammen verbracht und waren gemeinsam auf der Santos Populares de Quarteira, einem großen Umzug mit selbstgemachten Kostümen und Tänzen. Die Abende haben wir sonst quatschend bis Mitternacht und ein paar Gläschen Wein und Medronho (portugiesischer Obstler) trinkend bei herrlichstem Sommerwetter verbracht. Danke Armin und Sabine für die schönen Tage und wir freuen uns Euch irgendwann mal wieder zu sehen. Übrigens sind die zwei auch sehr kreativ und verkaufen auch ihre Kunst auf ihrer Homepage.

Als die zwei weiterfuhren verbrachten wir noch ein paar Tage in Quarteira direkt am Strand. Bis dieser von der Polizei geräumt wurde.

 

Aber halt, am Ende vom letzten Blogartikel waren wir ja noch in Spanien. Wie sind wir denn jetzt wieder in Portugal gelandet? Also nochmal von vorn.

In Spanien sind wir durch Santiago de Compostela bis ans Kap von Finisterre. Das ist das Ende des Jakobswegs. In Santiago war uns zu viel los, aber ans Kap sind wir gelaufen. Ein Leuchtturm, am Ende eines solch langen Weges. Der Camino de Santiago hat uns jetzt schon öfters auf unserer Reise begleitet und immer wieder haben wir Pilger gesehen. Alle Altersklassen und alle Arten von Menschen. Auch schon vorher wurden wir davon inspiriert. Danke Hape Kerkeling für die tolle Geschichte und unser Name freiundweg ist ja auch ein bisschen davon abgeleitet. Es muss ein tolles Gefühl sein, endlich nach wochenlangem Wandern bei Kilometer 0,000 anzukommen. Wer weiß, irgendwann gehen wir vielleicht auch mal einen Teil davon.

Im Moment sind wir froh, dass wir unseren Steve zum Fahren und Wohnen haben, denn das Wetter in Galizien war wirklich extrem schlecht. Ununterbrochener Regen und keine Besserung in Aussicht und da wir ja flexibel sind und dann auch noch oben beschriebenes Grundstück an der Algarve in Portugal im Internet gefunden haben, sind wir losgefahren in den Süden. Und hier fing gerade der Sommer so richtig an. Endlich.

Und hier stehen wir jetzt noch. Auf dem Camping. Und überlegen was die Zukunft bringt. Seid gespannt. Und ich hoffe ich bin jetzt dann wieder etwas fleißiger mit Schreiben.

 

Galizien (Spanien) und das Kap Finisterre

 

Mit den zwei von aus-liebe.at beim portugiesischen Straßenfest

 

Der Strand von Quarteira

 

Campingplatz Albufeira

 

Impressionen

2 Comments

  • Isa&steff

    24. Juni 2018 at 16:08

    Hallo ihr lieben……zuerst möchten wir uns kurz vorstellen.
    Wir sind Gini & Steff & Isa.
    Wir machen denke „ich mal“ fast das selbe wie ihr und hatten auch das Glück AuS kennenzulernen.
    Das was Euch jetzt passiert ist, ist ja voll gemeim. Oder doch Glück .? Euer Zitat vor einiger Zeit ……..Ich glaube wir werden später nur die Sachen bereuen die wir nicht versucht haben. Und wenn alles scheiße läuft haben wir immer noch so viele Möglichkeiten……………wer weiß für was gut war…..können eure Gefühle irgendwie gut nachvollziehen. Eure Reise soll einfach noch nicht zu Ende sein irgendwo wartet etwas besseres auf Euch ………genießt die Zeit bis Euch euer neues zu Hause findet.
    LG GIS

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    • freiundweg

      24. Juni 2018 at 16:22

      Vielen vielen Dank für Euren lieben Kommentar. Mir fehlen gerade die Worte. ♥
      Und keine Sorge, wir haben uns wieder gefangen und es geht natürlich weiter. Es war ganz klar nicht unseres in dem Fall.
      Vielleicht begegnen wir uns ja mal on the road.
      Von Herzen alles gute für Euch
      Nathalie

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