Ein Tag in unserem neuen Leben

Wie sieht denn so ein Tag aus wenn man nix mehr arbeitet und mit dem Womo reist? Also erstmal, langweilig war es uns noch nie.

 

Meistens wache ich so gegen 9 Uhr auf, öffne das Schlafzimmerfenster und genieße die frische Luft und die meist schöne Aussicht. Eine halbe Stunde später stehe ich dann auf und richte mich. Dann richtet sich Andy. Meistens laufen wir zwei dann mit dem Hund und die Kinder richten sich in der Zwischenzeit (manchmal liegen sie auch noch im Bett wenn wir wieder kommen). Dann wird gefrühstückt, was wir noch vorrätig haben. Nach jedem Essen wird dann abgespült und abgetrocknet. (Je nachdem wer gerade Lust hat und die Kinder helfen abwechselnd mit.)

Entweder wissen wir dann schon was wir an dem Tag unternehmen, oder wir überlegen es uns dann. Es gibt mal faule Tage, wo wir uns auf einem Stuhl in die Sonne setzen, Kreuzworträtsel machen oder ein Buch lesen, aber von diesen Tagen hatten wir irgendwie noch nicht so viele (ich glaube das müssen wir ändern ). Irgendwas ist immer zu tun. Rausgekehrt wird jeden Tag, aufgeräumt meistens auch. Heute haben wir zum Beispiel etwa 2,5 Stunden auf einem Rastplatz verbracht. Eine große Waschmaschine voll gewaschen, getrocknet, zusammengelegt und verräumt. Während der Wartezeit haben alle geduscht, dann wurde das Abwasser und das Klo entleert und Frischwasser aufgefüllt. Entsorgung und Frischwasser hat dabei 2 € gekostet und Waschen und Trocknen 8 €. Stationen wo man das machen kann gibt es hier überall und alle paar Wochen wird gewaschen. Wenn wir irgendwo stehen gehen Kleinigkeiten auch per Handwäsche. Dabei ist meistens das Trocknen das größere Problem. Wäscheleine raus ist automatisch campen und wird von der Polizei gar nicht gerne gesehen. Das muss also immer gut überlegt sein ob es an der Stelle machbar ist. Ver- und Entsorgung ist natürlich immer ein Thema und wir sind immer am schauen wo es möglich ist. Für die Toilette haben wir zwei Kasetten, damit können wir etwa 5 Tage überbrücken und das Frischwasser reicht auch ca. eine Woche. Gas haben wir zwei befüllbare 11 kg Flaschen für Kühlschrank, kochen, Boiler und Heizung. Da wir kaum heizen reicht uns eine Flasche etwa drei Wochen. Vom Strom her sind wir autark. Wir haben drei Solarpanelen a 100 Watt auf dem Dach. Geladen wird am besten alles tagsüber wenn die Sonne scheint und abends und nachts reicht es dann noch für einen Film, Licht und sonstiges. Eingekauft wird alle 2-3 Tage.

 

Mittagessen gibt es gar nicht, da wir ja spät frühstücken. Manchmal essen wir gegen 14 Uhr eine Kleinigkeit oder vespern. Je nachdem wo wir gerade sind besichtigen wir etwas, schauen eine Stadt an oder genießen einfach die Natur und laufen mit Jacky. Wenn wir Platz haben spielen wir Speedmington, Baseball, Fußball oder Frisbee.

Abends fangen wir dann an zu schnippeln und kochen zusammen. Heute gabs zum Beispiel Hähnchen und Nudelsalat. Abspülen, abtrocknen, wegräumen und dann machen wir einen Spieleabend oder manchmal schauen die Kinder noch einen Film an. Mit Jacky nochmal laufen und dann gehts ins Bettchen. Abends ist es im Moment noch recht kalt, kommt also nur manchmal vor, dass wir abends noch draußen sitzen.

Und wann lernen die Kinder was? Jede Minute die sie draußen verbringen. Sie werden offener, erkundungsfreudiger, mutiger und lernen täglich ohne dass es ihnen bewusst ist. Alleine schon die Erfahrung dass alle Ressourcen begrenzt sind. Wir sehen so viele Sachen und wenn uns was interessiert dann googeln wir noch danach.

 

Ich hoffe ihr habt jetzt einen genaueren Einblick von unserem täglichen Leben. Wir sind hier schon ganz gut eingespielt. Auch wenn es die große Befürchtung von vielen war, nein, unser Womo ist nicht zu eng.

 

2 Comments

  • Ursula

    23. Februar 2018 at 08:48

    Oh, interessant zu lesen was ihr so macht. Das hört sich so an, als wärt ihr ziemlich „entschleunigt“, wahrscheinlich fährt man da das Tempo ganz schön runter im Vergleich zu einem „normalen“ Alltag, oder?

    Draußen in der Natur sein ist wunderbar, vor allem, wenn das Wetter mitspielt und es nicht so kalt ist wie hier gerade… ;). Ich glaube, wenn ihr nicht so viel rauskönntet, wäre das Wohnmobil vielleicht doch relativ schnell sehr klein? Gibt es manchmal Tage, wo es regnet und man nicht sooo gerne rausgeht?

    LG
    Ursula

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    • freiundweg

      23. Februar 2018 at 09:02

      Hallo Ursula,
      entschleunigen war ja unser großes Ziel. Ganz haben wir es noch nicht geschafft, aber das wird schon noch. Wir haben hier ja auch Alltag, aber wie du schon sagst, man fährt das Tempo runter. Beim Spanier heißt das dann „tranquilo“ oder „mañana“. Wir müssen das erst lernen.
      Wir haben uns jetzt im Winter extra den Süden ausgesucht wegen dem Wetter. Wir hatten auch schon Regen, aber nach ein zwei Tagen ist hier wieder strahlender Sonnenschein. Bei Regen kuscheln wir uns halt in unser Womo und schauen zusammen einen Film, oder spielen was. Ein Handy hat auch noch jeder. Aber dank Jacky müssen wir ja bei jedem Wetter raus und das ist auch gut so. Haben ja auch Regenjacken dabei.
      Liebe Grüße und schön dass Du uns auf unserer Reise mitverfolgst.
      Nathalie

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